05 Apr. Das brisante Geheimnis der Arche auf dem Zugersee. Kontemplation mit der grossartigen Michèle Perret. Kloster Gubel & Bartholomäus-Kapelle
Ostersonntag.
Das Grab ist leer.
Dafür ist auf dem Zugersee wieder etwas aufgetaucht, mit dem niemand rechnete:
Die Arche Noah.
Mit einer brisanten Botschaft, die man nicht einfach weglegt. Kontemplation mit der grossartigen Michèle Perret zwischen Kloster Gubel, Barbie und Bartholomäus-Kapelle in Edlibach.
Lies nur weiter, wenn Du wirklich bereit bist.
Über Michèle Perret
Ausgebildet an der HSG:
Doch ihr eigentliches Studium fand zwischen den Welten statt.
Kennengelernt:
Über die «Green Bag». (Link zum Green Bag)
Gefunden an der Schwelle:
Zwischen Materie und Geist, System und Sinn, Wasser und Wort.
Michèle ist eine aussergewöhnliche Gesprächspartnerin. Sie ist Hüterin von biblischen Tiefen. Sie liest, nicht nur Bücher, sondern Ursprünge. Sie hört, nicht nur Worte, sondern das leise Echo dahinter.
Ihr Fundament ist tief verankert. Genährt aus der Schrift, getragen von einem lebendigen Glauben. Nicht als Theorie oder Konzept, sondern als gelebte Beziehung. Wer mit ihr spricht, spürt: Hier wird nicht zitiert, sondern verstanden. Nicht interpretiert, sondern durchdrungen. Und plötzlich beginnen Worte zu leuchten, die viele zu kennen glauben. „Das Reich Gottes ist in euch.“ Kein Konzept. Ein Schlüssel. Doch nähern wir uns langsam dem Kern-Thema: Am Zugersee. Nahe dem Kloster Gubel und der Bartholomäus-Kapelle in Edlibach. Dort, wo Wasser erinnert. Dort, wo sich die Frage stellt: War die Arche je nur ein Schiff? Oder ist sie auch ein Zustand? Ein Bewusstsein. Ein inneres Gefäss, das trägt, wenn die Welt mit Daten, Kriegen, Fake-News überflutet wird. Vielleicht ist Christus selbst diese Arche. Nicht aus Holz, sondern aus Weg, Wahrheit und Leben. Kontemplation wird hier zum Portal. Nicht Flucht, sondern Durchgang. Wir treten nicht ein, um Antworten zu finden. Sondern um anders zu sehen.
Und vielleicht, … war der Eingang nie im Aussen. Sondern im Innen, genau dort, wo Stille beginnt zu sprechen.
Abb. 1: Trailer zum Thema „Das brisante Geheimmis der Arche auf dem Zugersee“. Ein erster Blick auf das, was sich unter der Oberfläche verbirgt. (Link zum Trailer)
Einleitung
Auf dem Hügel beim Kloster Gubel blickten Michèle Perret und ich über das stille Tal und auf den Zugersee und wagten ein Gedanken-Experiment zum Thema: Die Arche auf dem Zugersee. Nach der Flut, erzählt die Genesis, verliessen acht Menschen die Arche, darunter drei Frauen, die namenlos bleiben. Dass die drei Frauen namenlos blieben, liest sich seltsam, denn aus ihren Körpern kam doch die neue Welt. Alle Linien der Menschheit gingen durch sie hindurch. Jedes Kind, jedes Volk, jede Geschichte, getragen, geboren, genährt. Auch genetisch gesehen wirkt das Weibliche tiefer, denn die Mitochondriale DNA wird ja ausschliesslich von der Mutter weitergegeben. Das Erbe der ersten Mütter pulsiert also ununterbrochen bis heute.
Abb. 2: Mit der grossartigen Michèle Perret in der Ölbergkapelle. Sie erinnert an den Ölberg (Gethsemane), den Ort, an dem sich im stillen Innern entscheidet, was im Aussen sichtbar wird. Von der Arche zum Ölberg. Vom Wasser zur Stille. Die Ölberg-Kapelle ist ein schlichter Bau von 1866.
Die Basis
Zwei biblische Quellen belegen die weibliche Namenslosigkeit:
„An eben diesem Tag gingen Noah in die Arche, und Sem, Ham und Jafet, die Söhne Noahs, und die Frau Noahs und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche.“
(Genesis 7,13)
„Die Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Jafet … Diese drei sind die Söhne Noahs, und von ihnen her wurde die ganze Erde bevölkert.“
(Genesis 9,18-19)
Abb. 3: Arche auf dem Zugersee unter dem Regenbogen. Das Zeichen des Bundes (Genesis 9) und Sinnbild von Rettung, Übergang und göttlicher Führung.
Die Frage nach dem Warum
Einer der Gründe dafür könnte die Botschaft von Paulus an Timotheus sein:
„Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann herrsche, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva.“ (1. Timotheus 2,12-13)
Ein Versuch der Einordnung:
Dieser einzelne Vers war an Timotheus und seiner damaligen Gemeinde-Situation gerichtet, doch sollte man es im Gesamtzusammenhang lesen, denn im selben Neuen Testament begegnen uns auch Frauen wie Debora (Richterin Israels), Priscilla (Lehrerin), Junia (Apostelin) oder Maria Magdalena als erste Zeugin der Auferstehung. Die Bibel kennt also nicht nur Schweigen, sondern auch geistliche Autorität von Frauen. Vielleicht geht es weniger um „Frauen gegen Männer“, sondern, wie so oft, um ein Miteinander der Gaben.
Die geistliche Diskussion mündet letztlich in der nachfolgenden These:
Die Namenlosigkeit der drei Frauen ist mit dem Patriarchat zu erklären, denn die Genesis arbeitet fast durchgehend mit Väterlinien („X zeugte Y“).
Abstammung, Landrecht, Stammeszugehörigkeit lief im Alten Orient über die männliche Linie.
Mit anderen Worten: Biblisch gesehen, waren Frauen und Männer stets gleichberechtigt.
Abb. 4: Arche vor dem Matterhorn. Kein Mythos. Ein Hinweis. Was bewahrt wird, ist nicht das Äussere, sondern das was Bestand hat. (Genesis 6-9)
Abb. 5: Arche vor dem Bundeshaus. Nicht Macht bewahrt. Nicht Systeme. Nur das, was Wahrheit trägt, bleibt bestehen. (Genesis 6-9)
Abb. 6: Arche am Ufer des Zugersees. Die Reise endet nicht im Wasser, sie beginnt dort, wo du festen Boden findest. (Genesis 8)
Abb. 7: Blick zum Kloster Gubel. Ein Ort des Gebets seit Jahrhunderten. Nicht der Weg nach oben zählt, sondern der, der dich nach innen führt.
Abb. 8: In der Stille der Ölberg-Kapelle. Nicht die Pilger-Schuhe ablegen, sondern den Weg antreten.
Abb. 9: Vor dem Altar im Licht. Der Ort der Entscheidung. Nicht bleiben. Nicht fliehen. Sondern gehen wohin der Ruf führt.
Abb. 10: In der Ölbergkapelle. Gethsemane, wo der Wille geprüft wird. Nicht laut. Nicht sichtbar. Aber hier entscheidet sich der Weg.
Schlussgedanken zum Thema Religionen
Religionen sind menschengemacht. Geprägt vom Patriarchat. Hierarchisch. Aus der Zeit gefallen. Dass sie keine Zukunft haben könnten, überrascht nicht. Ich widerspreche nicht. Aber ich frage: Was kommt danach? Zurück zum Ursprung? Oder vorwärts in etwas völlig Neues? Ich verzichte auf Schränke & Systeme. Und auf Antworten. Ich bleibe bei der besseren Frage, dem Sehen und den drei nachfolgenden Zitaten die eine andere Sicht auf dieses Thema schenken.
„Wir können nicht sicher sein, dass Gott uns nicht mit den Augen der Tiere anschaut.“
(E. D. Meyer)
„Weil die Menschen etwas Kompliziertes und Geheimnisvolles haben wollen, sind so viele Religionen entstanden.“
(Ramana Maharshi)
„Religion ist für Menschen, die Angst vor der Hölle haben. Spiritualität ist für Menschen, die durch die Hölle gegangen sind.“
(Vine Deloria)

Abb. 11: Wer an der Glocke zieht, findet nicht die Arche Noah vom Zugersee sondern den Anker in sich. Lars bewegt und setzt den Ton und Michèle vollendet die Initiation.
Der Übergang:
Die Arche auf dem Zugersee war erst der Anfang, ein Ruf im Aussen.
Die Reise nach innen begann bei Barbie und mündete in der Bartholomäus-Kapelle, Bad-Schönbrunn, Edlibach.
Von Barbie zu Bartholomäus.
Kontemplation mit der grossartigen Michèle Perret.
Von der sakulären Barbie-Bühne bis zur Kontemplation in der Bartholomäus-Kapelle in Edlibach.

Abb. 12: Von Barbie und Ken an der Bar zur stillen Stilsprache mit dem Himmel. Manchmal liegt der Weg vom Plastik zum Sakralen nur ein Selfie entfernt.
Intro
Kontemplation klingt nach stillem Sitzen, Kerzenlicht und vielleicht ein bisschen Weihrauch… Mit Michèle Perret bedeutet es aber: Bibelwissen, Tiefgang und überraschende Brücken zwischen Politik, Wirtschaft und Spiritualität. Im spannenden Dialog in der Bartholomäus-Kapelle über Rollenbilder, Feminismus, Weltpolitik und Spiritualität entdecken wir, wie sehr Fragen nach Identität und Sinn miteinander verbunden sind.
Von Barbie zu Bartholomäus:
Eine Brücke zwischen Bühne und Kapelle
Die Barbie-Welt ist bunt, laut und voller Rollenbilder, sie zeigt uns, wie sehr das Äussere, das Glänzende und die Inszenierung unser Leben prägen können. Doch hinter jeder Rolle steckt eine tiefere Sehnsucht nach Echtheit, Sinn und Verwandlung.

Abb. 13: Gemeinsam unter dem Kreuz mit Maria. Von der Figur zur Wirklichkeit, nicht Fassade, sondern Herz, nicht Pose, sondern Hingabe.
In der St.-Bartholomäus-Kapelle hingegen ist alles still, reduziert, klar. Die Bilder und Figuren sprechen nicht von Glanz, sondern von Hingabe. Sie laden ein, hinter die Oberfläche zu schauen: ins Herz, ins eigene Sein, in die Kontemplation.

Abb. 14: Beim Bischofsheiligen handelt es sich um den hl. Erasmus (St. Elmo), Bischof von Formiae. Das Martyrium des hl. Erasmus, bei dem seine Eingeweide auf einer Seilwinde herausgedreht wurden, war auch in der Bartholomäus-Kapelle in Edlibach dargestellt. Das Bild wirkt auf den ersten Blick grausam und abstossend. Doch in der Tiefe liegt darin eine spirituelle Metapher verborgen: Transformation durch Leid
Das grausame Bild ist kein Selbstzweck, sondern eine Allegorie für innere Reinigung: Alles, was uns bindet (die „Eingeweide“ als irdische Abhängigkeiten, Begierden, Ängste), wird aus uns herausgezogen. Übrig bleibt der Geist, der frei und unzerstörbar ist.

Abb. 15: Sakulär und Kontemplation. Zwischen Puppenspiel und Kirchenbank. Wo Barbie & Kent lächeln, leuchtet der stille Ruf nach Tiefe. Vom bunten Schein zum heiligen Sein.
Zwischen diesen beiden Welten spannt sich ein Bogen
Was auf der Barbie-Bühne als Frage nach Identität und Gleichberechtigung gestellt wird, findet in der Kapelle eine spirituelle Antwort: Du bist mehr als ein Bild, mehr als eine Rolle, mehr als ein äusseres Kleid. Du musst kein „hinter der Maske der Mensch“ – Leben fristen, dass nur temporäre Erlösung während der Fasnachts-Zeit erleben darf.
Hier dürfen wir Rollen loslassen und uns finden, als geliebte Menschen, eingebunden in einen grösseren Zusammenhang, getragen von Gnade.
Abb. 16: Vor dem Gnadenstuhl. Von der bunten Bühne zum stillen Geheimnis – hier leuchtet die Dreifaltigkeit als Quelle aller Liebe.
Abb. 17: Trailer zum Thema „Von Barbie zu Bartholomäus“.
Link zum Trailer

Abb. 18: Historische Ansichtskarte (um 1926) der Kapelle von Schönbrunn, Edlibach, Menzingen. Heute ist es die barocke Kapelle St. Bartholomäus, Edlibach.
Herzlichen Dank Michèle für diese lehrreiche, religiöse und spirituelle Reise.
Addendum:
Barbie wurde 66. Sie wurde (zu) lange auf ihren Körper reduziert.
Im Talk mit der grossartigen Michèle Perret zum Thema „Barbie“.
Am 09. März 1959 kam die erste Barbie auf den Markt. Sie gilt als die berühmteste Puppe der Welt, doch in den letzten Jahren geriet sie etwas in Verruf. Der Barbie-Film hat sie teilweise gerettet, weil sie aus einer ganzheitlicheren Sicht gezeigt wurde. Im Film werden z.B. Barbies Füsse flach, so dass auch Birkenstock-Sandalen Ok. sind. Das Partriarchat wird hinterfragt und Barbie ist endlich nicht nur blond und dünn, sie ist in erster Linie Frau.
Herzlichen Dank an die überzeugende Michèle Perret für das hochinteressante Interview sowie an an Chefredaktor Guido Kreft und der Redaktion für die Publikation im Mindset – Magazin.
Kernthemen: Philosophie, ganzheitliche Medizin und Spiritualität.
Quelle: Mindset – Magazin. Heft April. Seite 90 – 95.
Erscheint in: United Kiosk – digitaler Lesezirkel Sharemagazines – Readit App – Zinio – Zinio Unlimited – Bibliotheken und weiteren Shops.





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